Beim Devisenhandel darf eins nicht vergessen werden: die Emotionen. Es ist eine Sache, mit einem Demo-Konto zu handeln, und eine völlig andere, mit seinem eigenen Geld zu Spekulieren. Aber nicht nur der Anfänger wird von Emotionen beim Handeln betroffen. Ein Blick auf die Schwankungen der Märkte zeigt, dass Emotionen eine sehr starke Auswirkung auf Märkte, ja auf die Wirtschaft insgesamt haben. Nicht umsonst ist das Wort Vertrauen in Zeiten der Wirtschaftskrise in aller Munde, nicht umsonst wird vor allem versucht, eine positive Stimmung wieder herzustellen. Berichterstatter der Börsennachrichten sprechen in emotionalen Termini, wenn sie über die Märkte reden. Emotionen wie Gier, Angst oder Aufregung haben dabei die stärksten Auswirkungen. Diese sind es auch, die uns als Handels-Anfänger am Meisten interessieren. Alles was die Emotionen und die seelischen Umstände bei Devisen- oder Börsenspukulation betrifft, ist Handels-Psychologie. Aber nicht nur Emotionen wie Aufregung, Angst oder Gier spielen beim Handeln eine wichtige Rolle, auch Tugenden wie Geduld und Disziplin entscheiden darüber, ob jemand auf dem Börsenparkett erfolgreich wird oder nicht.
Angst und Gier sind wohl die stärksten Emotionen, mit denen ein Neuling - oder auch ein erfahrener Börsianer - beim Handeln konfrontiert wird. Wenn man sich diese Emotionen bewußt macht, und lernt mit ihnen umzugehen, hat man einen wichtigen Schritt in Richtung Erfolg getan. Nicht nur die richtigen Werkzeuge, das richtige Handelssystem und der richtige Markt entscheiden über Erfolg und Mißerfolg eines Händlers, sondern auch sein Umgang mit den eigenen Schwächen und Gefühlen, sowie Tugenden wie Geduld und Disziplin. Das ist nicht weiter schwierig. Im Grunde geht es darum, Emotionen als nützlichen Indikator zu nutzen, und sich nicht von ihnen beherrschen zu lassen.
Angst ist ein nützliches Gefühl. Angst warnt vor Gefahren und empfiehlt Vorsicht. Im Übermaß hält Angst allerdings vom Handeln ab, davon, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen oder überhaupt vorwärts zu kommen. Beim Devisenhandel ist die größte Angst natürlich, einen Verlust einzufahren. Hier handelt es sich um eine rationelle Angst, denn das Risiko besteht immer. Wenn die Angst aber überhand nimmt, kann sie einen Händler davon abhalten, bei einer günstigen Gelegenheit das nächste Geschäft zu machen - und das wäre auf jeden Fall ein Verlust. Um Ängste zu überwinden hilft es sich klar zu machen, dass Verluste im Geschäft unausweichlich sind, so lange diese aber von den Gewinnen überwogen werden gibt es eigentlich nichts zu fürchten, da unter dem Strich der Gewinn immer stimmen wird. Wie der Börsenguru Kostolany schon meinte: es sollten eben 51 von 100 Spekulationsgeschäften erfolgreich sein. Wenn das so ist, ist man auf dem Weg zu Gewinn, der die 49 Verlustgeschäfte überwiegt.
Die Gier ist sehr in Verruf geraten, nicht nur seit der Finanzkrise. Dabei ist die Gier nach mehr der Motor unseres Wirtschaftssystems. Gier ist hier nicht mehr als die Sehnsucht nach einem großen Gewinn, sei es materiell in Form von Geld und Gütern, oder immateriell nach Ruhm, Status oder Anerkanntwerden. Gier im richtigen Maß bringt die Motivation, uns für ein bestimmtes Ziel einzusetzen. Wenn diese Emotion aber anfängt, den Verstand zu regieren, dann bringt sie uns dazu, Dinge zu tun, auch wenn wir wissen, dass sie nicht richtig sind, und unnötige Risiken einzugehen. Beim Devisenhandel kann diese Emotion dazu verleiten, den richtigen Zeitpunkt zum Ausstieg aus einem Geschäft zu verpassen, oder wahllos zu handeln. Um diese Emotion zu kontrollieren braucht man ein gutes Handelssystem, an dessen Regeln man sich hält. So wird man nicht verleitet, jedes Geschäft mitzunehmen und macht trotzdem einen guten Gewinn.
Die wichtigsten Tugenden, die erlauben, oben genannte Emotionen - und nicht nur diese - zu kontrollieren, sind Geduld und Disziplin. Geduld bedeutet, auf den richtigen Zeitpunkt für einen Handel zu warten, auch wenn die Dinge gerade nicht so gut laufen. Ungeduldige könnten sich dazu verleiten lassen, außerhalb ihres Handelssystems Geschäfte zu versuchen, und damit vielleicht noch mehr Verluste machen. Abwarten zu können ist eine wichtige Eigenschaft eines erfolgreichen Händlers. Ebenso wie die Disziplin, auch unter schwierigeren Umständen bei dem gewählten System zu bleiben, und sich nicht von Emotionen überwältigen zu lassen. Ein gutes Hilfsmittel gerade für den Anfänger ist es, ein Handelstagebuch zu führen. Hier können die Details jedes getätigten Geschäfts festgehalten werden. Nach einem bestimmten Zeitraum - etwa ein Tag oder eine Woche - sollte man die getätigten Handel wiederholen (dafür eignet sich ein Demo-Konto ebenfalls) und diese dann mit den Notizen im Tage- oder Logbuch vergleichen. Sollten sich Unterschiede ergeben muss man jetzt nur noch die Gründe dafür ermitteln und hat jetzt eine gute Wissensgrundlage um weiter zu verfahren.